Familienstellen auf biblischer-christlicher Basis

 

Das Familienstellen ist eine therapeutisch Methode, die zunächst einmal von vielen therapeutischen Richtungen genutzt wird. Biblisch-christliches Familienstellen geht davon aus, dass der lebendige Gott durch seinen heiligen Geist in und während der Aufstellungsarbeit gegenwärtig ist.
Der Aufstellungsleiter vertraut sich hierbei der Leitung und Führung des heiligen Geistes an.

Da in den christlichen Gemeinden eine große Unsicherheit bezüglich des Familienstellens vorherrscht, möchte ich hier zu einigen Themen Stellung nehmen:

 

Wirkweise/ Phänomene des Familienstellens
"In der Aufstellungsarbeit werden wie in kaum einer anderen Vorgehensweise mit hoher Dynamik tiefe Zugänge erschlossen: auf der Beziehungsebene zwischen Menschen, auf der emotionalen Ebene, auf der Ebene der Wahrnehmungsfähigkeit, sowohl körperlich, psychisch als auch geistlich.
In ihr geschehen, egal auf welchem idiologischen Hintergrund, Phänomene, wie körperliche Symptome, Wahrnehmung bestimmter Gefühle, auffällig, markante Sätze, Offenbarung von Tabus und Geheimnissen etc., ohne dass diese manipulativ >erschaffen< werden.
Es wird zurecht darauf hingewiesen, dass die Frage nach der Zuordnung und des Ursprungs dieser Phänomene des sogenannten wissenden Feldes etc. vom trinitanischen Glauben her geschehen sollte. ... Wenn wir die Phänomene des Familienstellens bewusst der geschöpflichen Dimension des christlichen Glaubens zuordnen, ist eine vorschnelle Einteilung in "Gut" und "Böse" nicht möglich. ...
Nicht Phänomene sind das Ziel oder der Mittelpunkt der Aufstellungsarbeit, sondern im christlichen Kontext der Mensch, der Befreiung, Heilung und Wiederherstellung im ganzheitlichen Sinne der Bibel erfahren soll, indem er an sich das liebevolle und versöhnliche Handeln Gottes erfährt. ...
In einer biblisch-christlich begründeten Aufstellungsarbeit ist der Sieg Jesu über alle Mächte der Finsternis Ausgangspunkt und Schutz für den stattfindenden seelsorgerlichen und therapeutischen Prozess."*

 

Ersetzt das Familienstellen einen Beratungsprozess?
Das Familienstellen ist eine wertvolle Ergänzung des Beratungs- und Seelsorgeprozesses.
Das Familienstellen kann aber einen persönlichen Beratungs- und Seelsorgeprozess nicht ersetzen.

 

Meine Anforderung an biblisch-christliche Aufsteller:
- Eine fundierte therapeutische Ausbildung und Erfahrung.
- Eine klare christliche und ethische Ausrichtung.
- Erfahrung und Überblick über die Familiendynamiken.
- Persönliche Erfahrung mit Paarbeziehung und bestenfalls auch Elternschaft.
- Persönliche Gottesbeziehung.

 

Weiterführende Literatur:
- Gersdorf, Rolf: Versöhnt mit gestern - Familienstellen auf biblischer Grundlage.
- Imhof, Paul: Christliches Familienstellen - Das Praxisbuch.
- Scharrer, Erwin: Heilung für die Seele - Familienstellen auf biblischer Basis.
- Chu, Victor: Neugeburt einer Familie - Familienstellen in der Gestalttherapie.

 

 

*Abdruck mit freundlicher Genehmigung aus:
Rolf Gersdorf, Versöhnt mit Gestern © 2012 SCM Hänssler, D-71088 Holzgerlingen,
www.scm-haenssler.de